Der Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und Demenz ist bisher nicht eindeutig geklärt, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Ursache-Wirkung-Beziehung. Eine aktuelle Studie untersuchte daher mithilfe der sogenannten Mendelschen Randomisierung (MR), ob ein erhöhter BMI direkt das Risiko für vaskuläre Demenz beeinflusst und welche Rolle kardiometabolische Faktoren dabei spielen.
Die Analyse basierte auf großen Bevölkerungsstudien (z. B. Copenhagen-Studien, UK Biobank) sowie genetischen Datensätzen mit insgesamt über 500.000 Personen europäischer Abstammung. Es wurden verschiedene MR-Methoden angewendet. Hauptzielgröße war vaskuläre Demenz, zusätzlich wurden Alzheimer-Demenz und ischämische Herzerkrankung betrachtet.
Beobachtungsdaten zeigten einen U-förmigen Zusammenhang zwischen BMI und Demenzrisiko. Das bedeutet, dass sowohl sehr niedrige als auch sehr hohe BMI-Werte mit einem erhöhten Risiko verbunden waren. Genetische Analysen ergaben jedoch einen linearen, kausalen Zusammenhang: Ein höherer BMI führte direkt zu einem erhöhten Risiko für vaskuläre Demenz (Odds Ratio etwa 1,5–2,0 pro Standardabweichung). Für Alzheimer-Demenz konnte kein ursächlicher Zusammenhang nachgewiesen werden.
Weitere Analysen zeigten, dass insbesondere der Blutdruck eine zentrale vermittelnde Rolle spielt. Sowohl systolischer als auch diastolischer Blutdruck erklärten einen bedeutenden Teil des Effekts von BMI auf das Demenzrisiko. Andere Stoffwechselparameter zeigten hingegen keine konsistenten Effekte.
Zusammengefasst sprechen die Ergebnisse dafür, dass ein erhöhter BMI ein ursächlicher Risikofaktor für vaskuläre Demenz ist, wobei ein Teil dieses Effekts über erhöhten Blutdruck vermittelt wird. Dies unterstreicht die Bedeutung von Gewichtsregulation und Blutdruckkontrolle als mögliche Maßnahmen zur Vorbeugung von Demenz.
Literatur:
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