Demenz zählt zu den weltweit häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen und betrifft laut WHO über 57 Millionen Menschen. Da wirksame therapeutische Optionen weiterhin fehlen, rückt die Prävention über veränderbare Lebensstilfaktoren zunehmend in den Mittelpunkt. Besonders die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle, denn bestimmte Nährstoffe können oxidativem Stress, Entzündungen und kardiometabolischen Belastungen entgegenwirken – alles Faktoren, die zur Entstehung und zum Fortschreiten von Demenz beitragen.
Eine aktuelle Analyse aus der Health and Retirement Study untersuchte, wie verschiedene Arten von Nahrungsfetten mit dem Demenzrisiko zusammenhängen. Über einen Zeitraum von sechs Jahren wurden knapp 6000 ältere Erwachsene begleitet, deren Fettaufnahme detailliert erfasst wurde. Insgesamt traten 444 Demenzfälle auf, was einer Inzidenzrate von 1,43 Fällen pro 100 Personenjahre entspricht.
Die Studienergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Fettarten: Eine hohe Aufnahme pflanzlicher Fette war mit einem um 31 % geringeren Demenzrisiko verbunden. Auch einfach ungesättigte Fettsäuren zeigten einen klaren Vorteil: Personen im höchsten Aufnahmesegment hatten ein um 37 % niedrigeres Risiko als jene mit der geringsten Aufnahme. Besonders interessant ist der Austausch von Fettarten: Ersetzten Teilnehmende 5 % der Energie aus tierischen Fetten durch pflanzliche Fette, sank das Risiko um 15 %. Noch stärker war der Effekt, wenn gesättigte Fettsäuren durch ungesättigte ersetzt wurden – je nach Fettsäureart reduzierte sich das Risiko um 33 % bis 48 %.
Im Gegensatz dazu war eine hohe Aufnahme gesättigter Fettsäuren mit einem deutlich erhöhten Risiko verbunden: Personen mit der höchsten Aufnahmemenge hatten ein 56 % höheres Demenzrisiko als jene mit der niedrigsten.
Die Studie unterstreicht damit die Bedeutung der Fettqualität in der Ernährung. Während gesättigte Fettsäuren potenziell ungünstige Effekte haben, könnten pflanzliche und ungesättigte Fettsäuren einen Beitrag zur Demenzprävention leisten. Auch wenn weitere Forschung notwendig ist, liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise darauf, wie Ernährung als Teil eines umfassenden Lebensstilansatzes zur Förderung der kognitiven Gesundheit beitragen kann.
Literatur:
M. Wu, L. Huang, Y. Juang et al, Association between dietary fat intake and long-term risk of dementia: a prospective cohort study, The American Journal of Clinical Nutrition 2025; 122: 1725-1734