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Zwischen Risiko und Schutz: Wie Nahrungsfette das Krebsrisiko mitbestimmen können

27 Mai 2026 | ÖAIE-Redaktion

Die Bedeutung der Ernährung für die Krebsentstehung wird seit langem untersucht, wobei Nahrungsfette eine zentrale Rolle einnehmen. Eine aktuelle Umbrella-Review mit 23 Metaanalysen aus Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien (Daten bis September 2025) fasst den Zusammenhang zwischen verschiedenen Fettarten und dem Risiko unterschiedlicher Krebserkrankungen neu zusammen. Bewertet wurden Gesamtfett, gesättigte (SFA), einfach ungesättigte (MUFA) und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA) im Hinblick auf mehrere Krebsarten.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass eine hohe Gesamtfettaufnahme mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebsarten assoziiert ist, darunter Brust-, Blasen-, Magen- und Speiseröhrenkarzinome sowie Non-Hodgkin-Lymphome. Für andere Tumorarten wie kolorektale oder pankreatische Karzinome fanden sich keine signifikanten Zusammenhänge. Besonders konsistent waren die Befunde für gesättigte Fettsäuren, die mit einem erhöhten Risiko für Brust-, Magen-, Leber- und insbesondere Ösophagus-Adenokarzinome verbunden waren. Dosis-Wirkungs-Analysen deuten darauf hin, dass das Risiko mit steigender SFA-Zufuhr kontinuierlich zunimmt, was auf potenzielle proinflammatorische und metabolische Mechanismen hinweist.

 

Ungesättigte Fettsäuren: differenziertes Bild mit potenziell protektiven Effekten

 

Einfach ungesättigte Fettsäuren zeigten ein uneinheitliches Ergebnis: Während teilweise erhöhte Risiken für Brust- und Speiseröhrenkrebs beobachtet wurden, fanden sich auch Hinweise auf protektive Effekte, etwa für Basalzellkarzinome und Endometriumkarzinome. Die Datenlage ist hier jedoch heterogen und nur eingeschränkt interpretierbar. Im Gegensatz dazu zeigten mehrfach ungesättigte Fettsäuren überwiegend günstige Assoziationen. Insbesondere eine höhere PUFA-Zufuhr war mit einem reduzierten Risiko für Magenkrebs verbunden, während für andere Krebsarten keine klaren Effekte nachweisbar waren.

 

Zusammenfassend deuten die Ergebnisse darauf hin, dass nicht allein die Fettmenge, sondern insbesondere die Fettqualität entscheidend für das Krebsrisiko ist. Während gesättigte Fettsäuren konsistent mit ungünstigen Effekten assoziiert sind, könnten mehrfach ungesättigte Fettsäuren eine protektive Rolle spielen. Die Befunde unterstützen bestehende Ernährungsempfehlungen, die eine Reduktion gesättigter Fette und eine Bevorzugung ungesättigter Fettquellen nahelegen, unterstreichen jedoch zugleich den Bedarf an weiteren hochwertigen Interventionsstudien zur Klärung der Kausalität.

 


Literatur:

B. Fan, Z. Zhang, Y. Zhang et al, Dietary fat consumption and cancer outcomes: an umbrella review of systematic reviews and meta-analysis, American Journal of Clinical Nutrition 2026; 123: 101266


 

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