Osteoporose betrifft insbesondere Frauen nach der Menopause. Der Rückgang der Östrogenproduktion beschleunigt die Knochenresorption und begünstigt den Verlust an Knochenmineraldichte (BMD). Eine ausreichende Calciumversorgung gilt als wichtiger Faktor der Knochengesundheit. Neben Calciumcarbonat (CC) wird auch calciumangereichertes Milchpermeat (CP) als alternative Calciumquelle diskutiert. Zudem könnte Inulin die intestinale Calciumaufnahme verbessern.
Die RENEW-Studie untersuchte über zwölf Monate, ob 800 mg Calcium täglich aus CP – mit oder ohne 12 g Inulin – im Vergleich zu Calciumcarbonat oder Placebo den Knochenstoffwechsel und die BMD beeinflusst. Eingeschlossen wurden 417 postmenopausale Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren mit gutem Vitamin-D-Status und ohne manifeste Osteoporose. Alle Teilnehmerinnen erhielten zusätzlich 20 µg Vitamin D täglich.
Nach zwölf Monaten zeigten alle Calciumgruppen eine signifikante Reduktion des Knochenresorptionsmarkers CTX gegenüber der Placebogruppe. Auch PINP, ein Marker der Knochenbildung, war unter Calcium-Supplementierung vermindert. Insgesamt sprechen die Ergebnisse für eine Reduktion des Knochenumsatzes.
Auch die BMD entwickelte sich unter Calcium günstig: Während sie unter Placebo an Lendenwirbelsäule, Femurhals und proximalem Femur signifikant abnahm, konnte der Verlust durch Calcium weitgehend verhindert werden. Besonders an Lendenwirbelsäule und Femurhals zeigten sich in der Interventionsgruppe Vorteile gegenüber der Placebogruppe.
Calcium aus Milchpermeat erwies sich dabei insgesamt als vergleichbar wirksam mit Calciumcarbonat. Die zusätzliche Gabe von Inulin brachte hingegen keinen erkennbaren Vorteil für Knochenstoffwechsel oder BMD. Die Studie unterstreicht somit die Bedeutung einer ausreichenden Calciumversorgung bei postmenopausalen Frauen mit gutem Vitamin-D-Status.
Literatur: Tetens I., Kisi SB., Parlesak A. et al, Effects of a 1-year calcium-enriched permeate supplement on bone health in postmenopausal females: The RENEW randomized controlled intervention trial”, The American Journal of Clinical Nutrition 2026; 124: 101339